Nestgruppenkonzept

Liebe Eltern, liebe Erziehungsberechtigte,
ab einem Alter von 2 Jahren bis zum Schuleintritt haben alle Kinder einen Rechtsanspruch auf eine Vor- und Nachmittagsbetreuung in einer Kindertagesstätte. Daneben haben alle einjährigen Kinder Anspruch auf Betreuung in einer Kindertagesstätte oder in Kindertagespflege.

Im Hinblick auf diesen Rechts- und Betreuungsanspruch für Ein- und Zweijährige wurde unsere Kommunale Kindertagesstätte intern umstrukturiert.

Um den Bedürfnissen aller Altersgruppen intensiver gerecht werden zu können, werden von uns folgende Gruppen angeboten:

  • eine Nestgruppe mit Kindern bis ca. 3 ½ Jahren, unsere „Zwergengruppe“
  • zwei Gruppen mit Kindern im Alter von ca. 3 ½  Jahren bis zum Schuleintritt.

Hiervon unberührt bleibt die Gruppenstruktur lt. Betriebserlaubnis.


Inhalt

1. Der Nestgruppenbereich stellt sich vor

2. Eingewöhnung der U3-Kinder in die Nestgruppe

3. Strukturierung des Nestgruppenalltags

4. Überleitung in die anderen Gruppen

5. Bildung und Erziehung

6. Beobachtung und Dokumentation

7. Sprache

8. Bewegung

9. Allgemeines

Ernährung

Garderobe

Sanitärbereich

Ganztagsbereich

Sachkosten

1. Der Nestgruppenbereich stellt sich vor

Kinder im Alter unter drei Jahren benötigen für ihre Entwicklung Vertrauen in sich und ihre Umgebung. Sie sind auf beständige und liebevolle Beziehungen angewiesen,
- um sich einerseits sicher und geborgen zu fühlen, andererseits aber auch
- um auf dieser Grundlage, unbesorgt die Umwelt erkunden zu können.

Aus dieser Sicht heraus, stellen wir unseren Nestgruppenbereich vor:

  • der Eingangsbereich
    Im hellen Eingangsbereich laden Sitzgelegenheiten die Eltern zum Verweilen und Stöbern ein. Ein idealer Ort, um sich im Rahmen der Eingewöhnungszeit vom Kind langsam zu trennen.

  • der Wickelbereich
    Der im Jahr 2010 neugestaltete Wickelbereich ist ideal auf die
    Pflegebedürfnisse der Kleinkinder zugeschnitten. Die täglich wiederkehrenden Pflegehandlungen sind wichtige und anspruchsvolle pädagogische Tätigkeiten, die von der sehr vertrauten Nestgruppenfachkraft oder einer/m entsprechend angeleiteten Praktikanten/in durchgeführt werden.
  • die Bewegungsbaustelle im Flurbereich
    Die Kleinkinder können sich hier unter Aufsicht der Nestgruppenerzieherin frei bewegen und spielen. Die U3-Kinder schaffen sich so eigene Spielwelten und Rückzugsinseln.

  • der Nestgruppenraum
    Von hier erfahren die Kinder durch die Nestgruppenerzieherin
    - Geborgenheit
    - eine liebevolle und emotional warme Kommunikation
    - das Gefühl der Sicherheit.

    Von dieser Basis ausgehend erhält das Kleinkind bei uns vielfältige Anregungen zum eigenen aktiven Handeln mit sich und der Umgebung.

    Funktionelle Möbel und altersgerechtes Spielzeug unterstützen die primären und motorischen Bedürfnisse des Kleinkindes, seine Umwelt zu erkunden.
    Unser Hauptziel ist es, dass das Kind sich bei uns im vertrauten Raum kontinuierlich weiterentwickelt.

  • Schlafmöglichkeit im Nebenraum
    Im Nebenraum der Nestgruppe haben die U3-Kinder, je nach Ruhebedürfnis, die Möglichkeit, sich zu entspannen oder zu schlafen.

    Durch ein feststehendes Plexiglasfenster kann die Nestgruppenerzieherin jederzeit den Schlafrhythmus der Kinder beobachten oder behutsam eingreifen.

  • der Außenbereich
    eine altersgemäße, neue Geländegestaltung ermöglicht es den U3-Jährigen, in einer geschützten Zone zu spielen, zu matschen und sich zu bewegen.

2. Eingewöhnung der U3-Kinder in die Nestgruppe

 - Grundphase (mit Elternteil in der Nestgruppe)

-  der 1. Trennungsversuch (ohne Elternteil in der Gruppe)

-  Stabilisierungsphase (die Trennung verlängert sich)

- Schlussphase (die Erzieherin ist akzeptierte Bezugsperson)

Die Eingewöhnungsphase gliedert sich, wie oben beschrieben in 4 Phasen.

Die Grundphase dauert etwa 3 Tage.

Das Kleinkind kommt gemeinsam mit seiner Bezugsperson in die Kindertagesstätte, möglichst immer zur gleichen Zeit. Beide bleiben etwa eine Stunde und gehen dann gemeinsam wieder. Die Bindungserzieherin übernimmt mehr den beobachtenden Teil, drängt das Kind zu nichts und hält sich sehr zurück. Trotzdem ist die Aufmerksamkeit auf das Kind gerichtet. 

Der 1. Trennungsversuch beginnt am 4. Tag der Eingewöhnung.

Nach einigen Minuten in der Gruppe verabschiedet sich die Bezugsperson vom Kind und verlässt den Raum, bleibt aber in der Kindertagesstätte.

Je nach Reaktion des Kleinkindes
- wird die Bezugsperson von der Bindungserzieherin zurückgeholt
oder
-  die Trennung wird auf 30 Minuten ausgedehnt. 

In der Stabilisierungsphase wird die zeitliche Dauer der Trennung ausgedehnt. Die Bezugsperson bleibt in der Kindertagesstätte und ist jederzeit erreichbar.

Diese Phase dauert etwa 2 – 3 Tage.

Konnte sich das Kind nicht trennen, ist es nötig zur Grundphase zurückzukehren.

Ein erneuter Trennungsversuch wird dann evtl. am 7. Tag wieder durchgeführt. 

In der Schlussphase hält sich die Bezugsperson nicht mehr in der Kindertagesstätte auf, ist aber jederzeit erreichbar, falls sie gebraucht wird.

Die Eingewöhnungsphase ist beendet, wenn das Kind die Bindungserzieherin voll akzeptiert, sich von ihr trösten lässt und in guter Stimmung spielen kann.

Es ist uns wichtig, dass die Eingewöhnung individuell an jedes Kind angepasst wird.

Manche Kleinkinder brauchen mehr, andere weniger Zeit, um eine gute Bindung zur Bezugserzieherin aufzubauen.

Das Kleinkind sollte in der gesamten Eingewöhnungsphase die Kindertagesstätte nur halbtags besuchen.

3. Strukturierung des Nestgruppenalltags

Für die Kleinkinder der Nestgruppe spielt ein überschaubarer, geregelter Tagesablauf eine große Rolle. Das Kind erhält hierdurch die nötige Sicherheit und emotionale Stabilität, für unterschiedliche Lernerfahrungen in der Nestgruppe.

Die bewusste pädagogische Gestaltung wird von den Nestgruppenerzieherinnen für die U3-Kinder individuell übernommen:

- das Willkommen heißen und Verabschieden

- der geplante pädagogische Tagesablauf

- der Umgang mit der Körperhygiene

- das Frühstücken und das Essen

- das Schlafen und Ruhen.

Klare Absprachen mit den Eltern schaffen Transparenz und gute Voraussetzungen für  die Entwicklung und das Lernverhalten des Kindes.

4. Bildung und Erziehung in der Nestgruppe

Unser Bildungs- und Erziehungsziel ist es, die unter dreijährigen Kindern in unserer Einrichtung ganzheitlich zu fördern.

Es ist uns sehr wichtig, dass wir unseren Kindern die besten Bedingungen für eine  individuelle Persönlichkeitsentfaltung geben.

Wir wollen ihnen Fähigkeiten und Fertigkeiten vermitteln, die ihnen Möglichkeiten bieten, das eigene ICH zu stärken.

Eine sehr gute Grundlage für gemeinsames Lernen und soziales Miteinander erfahren die Kinder durch

  • Bewegung und Ruhe
  • Körpererfahrung und Gesundheitstraining
  • Rhythmik und Musizieren
  • Bauen und Gestalten
  • Ästhetik und Wahrnehmung.

5. Überleitung in die andere Gruppe

Um die Überleitung des Kindes von der Zwergengruppe in die Regelgruppe so angenehm wie möglich zu gestalten, finden im Vorfeld verschiedene Aktivitäten mit den Gruppen statt.

Die Zwerge nehmen wöchentlich an den Sitzkreisen in der Höhlenmäusegruppe im Untergeschoss teil. So können die Kinder die Erziehungskräfte kennenlernen und Vertrauern aufbauen.

Die Kinder aller drei Gruppen dürfen sich gegenseitig besuchen. Die Erziehungskräfte der Dinos und der Höhlenmäuse besuchen regelmäßig die Zwerge, um sich gegenseitig kennenzulernen.

Etwa ein halbes Jahr vor dem Wechsel wird im Gesamtteam darüber entschieden, in welcher Gruppe das Kind aufgenommen wird. Kriterien für die Entscheidung, in welche Gruppe das Kind wechselt, sind: entstandene Freundschaften, Gleichgewicht Jungen und Mädchen, Geschwister usw.

Der Gruppenwechsel findet statt, wenn das Kind 3 – 3 ½ Jahre alt ist und wird mit einer kleinen Feier gestaltet. Entscheidend hierfür ist der Entwicklungsstand, individuelle Bedürfnisse des Kindes und die Aufnahmekapazität der jeweiligen Gruppe.

6. Beobachtung und Dokumentation

Im Interesse des Kindes und auf einer stabilen Grundlage von emotionalen Bindungen werden die Entwicklungsschritte des Kindes von den Nestgruppenerzieherinnen beobachtet und dokumentiert.

In einer individuellen Bildungsbiografie werden die

  • Tätigkeiten des Kindes
  • seine Interessen, seine Neigungen und
  • seine Stärken dokumentiert.

In regelmäßigen Entwicklungsstandgesprächen werden die Eltern über die Lernerfolge des Kindes informiert.

In der Anfangsphase, der Eingewöhnung, finden in kurzen Intervallen

individuelle Gespräche mit den Eltern statt.

Die Eltern erhalten Informationen über:

  • Verhalten des Kindes während der Eingewöhnungsphase
  • Kontaktaufnahme zu anderen Kindern
  • Beziehung zur Bindungserzieherin und anderen Nestgruppenerzieherinnen
  • Pflegeabläufe
  • Bewegung im Nestgruppenraum
  • Aufnahme und Umsetzung der Gruppenregeln
  • Hilfestellung der Nestgruppenerzieherin bei Auffälligkeiten im Verhalten des Kleinkindes.

In Dokumentationsmappen und individuellen Sammlungen werden die Lernaktivitäten notiert und regelmäßig aktualisiert.

7. Sprache

Um die Sprachentwicklung der U3-Kinder wesentlich zu unterstützen, bieten die Nestgruppenerzieherinnen Grundlagen in Bewegung, Musik und Sprache an.

Die Kommunikation mit dem Kleinkind findet bei uns durch Blickkontakt, körperliche Nähe und Berührung statt. Es werden

  • Geschichten erzählt
  • Fingerreime gesprochen
  • Bewegungslieder gesungen und gespielt
  • Gesprächsrunden angeboten.

In der vertrauten Umgebung des Nestgruppenbereiches lernt das Kleinkind mit Unterstützung von Bilderbüchern und Gesprächskreisen neue Wörter und ihre Bedeutung kennen. Das Kind darf sich mitteilen, wir geben ihm Zeit, sich zu äußern und nehmen ihm die Antwort nicht ab.

8. Bewegung

Bewegung ist neben dem Spiel, der „Motor“ vielfältiger Lernprozesse.

  • große Teppiche mit funktionellem Spielzeug bietet den U3-Kindern vielfältige Möglichkeiten zum Forschen und Bauen
  • Kissen und Sitzmulden laden zum Bewegen und Erzählen ein

Unseren U3-Kindern stehen abwechslungsreiche und bedarfsgerechte Spiele, die zur Bewegung anregen im Nestgruppenbereich zur Verfügung.
Mit Wegwerf- und Naturmaterialien, Tüchern und Alltagsgegenständen werden elementare Erfahrungen in den Bewegungsabläufen gewonnen.

Bei den ersten Erkundungen im Außenbereich steht dem Kleinkind die    Nestgruppenerzieherin zur Seite, welche das Kind in der „geschützten Zone“ begleitet.

Klettergeräte, Nestschaukel und eine kleine Rutsche regen zum erlebnisreichen Spiel an.
Mit zunehmendem Alter beginnen die Kleinkinder dann auch die Bereiche der „Großen“ zu erforschen – auch hier unterstützt die Nestgruppenerzieherin das Bestreben des Kindes,  seinen eigenen Erfahrungsbereich zu erweitern.

9. Allgemeines

  • Frühstück
    Je nach individuellem Bedürfnis haben die Kleinkinder die Gelegenheit, während dem Freispiel zu frühstücken. Gemeinsame Mahlzeiten werden themenbezogen in den Tagesablauf eingeplant.

  • Garderobe
    Jedes Kind hat seine eigene Garderobe, welche mit einem Symbol gekennzeichnet ist. Hier finden die Kleidung, der Turnbeutel und individuelle Dinge des Kleinkindes ihren Platz.
    Vor dem Nestgruppenraum ist auch der Elternbriefkasten aus Stoff angebracht, der die Mitteilungen an die Eltern und Erziehungsberechtigten enthält.

  • WC-Anlage
    Eigene Boxen beinhalten Umziehkleider, Pampers, Cremes und Feuchttücher,  die von den Eltern mitgebracht werden.
    Infos über das tägliche Wickeln, Schlafverhalten etc. im Tagesverlauf erhalten die Eltern von dem Nestgruppenpersonal.

  • Ganztagsbetrieb
    Im Ganztagsbetrieb nehmen die U3-Jährigen eine besondere Rolle ein.

    Chronologischer Ablauf
    • um ca. 12.15 Uhr bekommen die Kleinkinder ihr Mittagessen
    • danach werden die Hände, evtl. Gesicht gewaschen
    • gegen 12.45 Uhr dürfen die Kleinkinder mit ihren Kuscheltieren im Nebenraum bei leiser Musik ruhen oder einschlafen
  • Sachkosten
    • Es werden für jedes Kita-Kind jährlich 24 € für Sachkosten       eingesammelt (für Tee, Papier, Geschenke, Fotos etc.)